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Gründungsgeschichte

Hans-Jürgen Siebertz (Foto: Privat-Archiv)Hans-Jürgen Siebertz (Foto: Privat-Archiv)Hans-Jürgen Siebertz (Privat-Archiv)Hans-Jürgen Siebertz (Privat-Archiv)

Auf Initiative des Sonderschullehrers, Hobbymalers und Heimatkundlers Hans-Jürgen Siebertz trafen sich Anfang 1982 sieben Lammersdorfer Bürger mit dem Anliegen, die Bevölkerung des Ortes wieder neu für das alte Kulturgut des hiesigen Lebensraumes zu sensibilisieren und das Interesse daran wiederzubeleben. Wenig später konstituierte sich die Interessensgruppe unter der Leitung von Hans-Jürgen Siebertz zum "Heimatgeschichtlichen Arbeitskreis Lammersdorf", um ihren Aktivitäten einen organisatorischen Rahmen zu geben.

Zu den ersten konkreten Schritten des neuen Gremiums gehörten insbesondere zwei Aktionen: Zum einen die Ausstellung "Lammersdorf -  Bilder eines Eifeldorfes" im Simmerather Rathaus mit ca. 2000 Fotos, welche die Entwicklung des Ortes von 1880 bis 1930 zeigte. Zum anderen war es das große Projekt "Historische Wegenamen", hinter dem sich die Absicht verbarg, mit der Beschilderung der Wirtschafts- und Wanderwege in der Lammersdorfer Gemarkung die alten Flurnamen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen; gleichzeitig setzte man damit Impulse zur Erhaltung und Pflege des „Laimischter Platt“ (des Lammersdorfer Dialekts). Das erste handgefertigte Schild brachten die Aktiven im März 1983 am "Scholls Gässchen" an. Weitere annähernd 100 Schilder fanden während der folgenden Jahre in der Landschaft ihren Platz.


Das wachsende Interesse der Gemeinde an den Zielsetzungen und Aktionen des Arbeitskreises veranlasste diesen bereits nach anderthalb Jahren, einen gemeinnützigen Verein zu gründen. Dessen Geburtsstunde als "Verein für Heimatgeschichte und Dorfkultur Lammersdorf e.V.“ war die Gründungsversammlung am 3. Juni 1983. Als seine Ziele deklarierte der Verein unter anderem:

- die Erhaltung und Pflege alter Sitten und Bräuche sowie der Mundart

- die Erforschung, Dokumentation und Veröffentlichung der Geschichte Lammersdorfs sowie der Beziehungen des Ortes zur geschichtlichen Vergangenheit des Monschauer Landes und zur allgemeinen Geschichte.

 

Um diesen Zielsetzungen eine gegenständliche Basis zu geben, beschloss der Verein, dessen 1. Vorsitzender Hans-Jürgen Siebertz war, in einem 100 Jahre alten, typischen Eifeler Bauerngehöft ein Bauernmuseum einzurichten. Nach fünfmonatiger Restaurations- und Gestaltungsarbeit mit ca. 20  freiwilligen Kräften wurde dieses Vorhaben in rund 30.000 Stunden verwirklicht und das Bauernmuseum am 23. September 1984 mit mehr als 2.000 Exponaten eröffnet. Man sah es fortan als Aufgabe an, an diesem lebendig gestalteten Dokumentationsort die Zeugnisse der historisch-regionalen Alltagskultur für kommende Generationen zu erhalten und nachvollziehbar werden zu lassen. Das Bauernmuseum fand in der Bevölkerung sehr großen Anklang, denn das kulturelle Leben des Monschauer Landes war um eine bedeutende – und in ihrer Spezifikation einzigartige - museale Einrichtung reicher geworden.

 

Von Anfang an war es kennzeichnend für den Verein, dass dieser nie im Theoretischen verharrte, sondern seine Vorhaben stets in lebendige Aktionen umsetzte - und diesem Anliegen auch heute noch treu ist. So begann mit dem Tag der Museumseröffnung u.a. eine Reihe von großen Museumsfesten, die alljährlich zwischen 2.000 und 3.000 Besucher anlockten. Neben Aktionen für Kinder wurden traditionelle bäuerliche und handwerkliche Arbeiten vorgeführt. Dieses Fest findet auch heute noch großen Anklang, ebenso wie alle anderen vielschichtigen Veranstaltungen und Aktivitäten für jede Altersgruppe: z.B. Aktionstage mit wechselnder Thematik, Theateraufführungen, diverse Ausstellungen und Dokumentationen, Backtage für Kindergärten und Schulen usw.

 

Das gewachsene und ungebrochene Interesse der Menschen an den Angeboten des Vereins zeigen nicht zuletzt seine Mitgliederzahlen. Im Juni 1983 mit 24 Mitgliedern begonnen, betrug deren Zahl bereits ein Jahr später mehr als das Fünffache. Drei Jahre nach seiner Gründung hatte sich der Verein mit annähernd 400 Mitgliedern bereits zum größten Verein Lammersdorfs entwickelt, heute sind es über 660 Mitglieder (Stand vom Dez. 2014).

Das Bauernmuseum besuchen seit 1996 im Durchschnitt jährlich 3.000 Erwachsene, Jugendliche und Kinder, wobei Letztere im Rahmen von Schulklassen-Exkursionen deutlich die Mehrheit bilden.

 

So ist der Verein für Heimatgeschichte und Dorfkultur Lammersdorf e.V. mit seinem Bauernmuseum und den zahlreichen Aktionen aus dem kulturellen Leben der Nordeifel nicht mehr wegzudenken.

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